Stevia verdrängt Koka Anbau in Bolivien

Die Produktion von Stevia verdrängt stetig den Koka Anbau in Bolivien. Bei Koka handelt es sich um eine Frucht des Coca-Strauches, welche sehr viel Calcium und andere Mineralstoffe enthält. Sowohl die Frucht als auch die Blätter des Strauches, werden als Nahrungsergänzungsmittel, roh oder in Tees verzehrt. Da die Coca-Blätter aber zu 3/4 aus Kokain bestehen, ist es die Basis des Rauschmittels. Wieso verdrängt Stevia den Koka Anbau? Der Anbau von Stevia ist im Vergleich zum Koka Anbau nicht reglementiert. Stevia kann also auf der ganzen Ackerbaufläche angebaut werden, Koka nur auf maximal 160 Quatratmetern pro Familie.

Zu dem ist die Ausfuhr von Stevia nicht verboten, dafür natürlich der Export von Koka. Dies dient zum Schutz vor der Produktion von Kokain. Neben dem freien Anbau von Stevia, können die Bauern soviel Stevia anbauen wie sie wollen, außerdem hat das „Honigblatt“ eine schnelle Erntezeit und ist eine mehrjährige Pflanze, dass bedeutet im Jahr gibt es mehrere Erntemöglichkeiten. Der Hauptfaktor warum der Anbau von Stevia ansteigt, ist aber wohl der Preis. Durch die hohe Nachfrage und die schnelle Produktion, kann mit Stevia wesentlich mehr Geld erwirtschaftet werden als mit Kaffee, Koka oder anderen Früchten wie beispielsweise Orangen. Mit der Zulassung des natürlichen Zuckerersatzes in der EU, Anfang Dezember 2011, bekommt die Produktion zusätzlichen Rückenwind. Immer mehr gesundheitsbewusste Menschen in der EU und auch in Deutschland entscheiden sich für Stevia als gesunden Zuckerersatz.

Um die Nachfrage von Stevia zu bedienen, wird der Anbau von Stevia in Bolivien durch die ansässigen Genossenschaften gefördert. Der Verkauf müsste nicht zentral von jedem Landwirt selbst organisiert werden, sondern würde dezentral von der Genossenschaft organisiert, dadurch wäre die Abnahme der Stevia Blätter gewährleistet, was eine gewisse Sicherheit für die Bauern darstellt! „Wenn wir ihnen [den Bauern] erklären, dass sie mit Stevia mehr verdienen können als mit Koka, dann sind sie schnell motiviert“, erklärt Delia Cruz, eine Agraringenieurin der Stiftung Uñatatawi gegenüber „fr-online“. Neben der guten Verdienstmöglichkeit bietet die Stiftung auch ihre Hilfe und ihr Know-how beim Stevia Anbau an.

Der Vorsitzende des nationalen Verbandes für Stevia in Santa Cruz erklärt, dass mit Stevia pro Jahr ein Jahresgewinn zwischen 8000 und 12 000 US-Dollar pro Hektar erwirtschaftet werden kann. Stevia ist eine sehr genügsame Pflanze und braucht nicht viel Sonne und entzieht dem Boden weniger Nährstoffe als der Koka-Strauch. Bolivien soll für die genügsame Pflanze die bestmöglichsten Anbau-Vorraussetzungen bieten. Die Verarbeitung der Stevia Blätter zu Stevia Produkten, findet dann meist in Paraguay, dem Heimatland von der Stevia-Pflanze statt.

Foto:wikimedia.org/Gabriela F. Ruellan.

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