Die Bevölkerung Paraguays schätzt den Stevia Süßstoff seit Jahrhunderten, ohne sich Gedanken um biochemische Eigenschaften, die molekulare Zusammensetzung oder Nebenwirkungen zu machen. Auf den paraguayischen Märkten bekommt man bis heute getrocknete Stevia Blätter oder fein zermahlenes Blattpulver zu kaufen. Die Einheimischen nutzen Stevia zum Süßen ihres Nationalgetränks, dem Matetee, als traditionelles Heilmittel bei vielerlei Gebrechen oder als Geschmacksverstärker zum Aromatisieren von Speisen und Getränken. Genießer kauen die frischen Blätter auch zwischendurch. Im modernen Südamerika ist die Stevia Süßkraft inzwischen wie in anderen Teilen der Welt als kalorienfreier Zuckerersatzstoff beliebt.

 

Das süße Geheimnis der Stevia Blätter

Der Chemiker Ovidio Rebaudi isolierte um 1990 als erster den Stoff, der den Stevia Blättern ihre natürliche Süße verleiht. Rebaudi bezeichnete die Substanz, die er fand, als Glycerrhizin und stellte den Stevia Süßstoff damit irrtümlich in eine Reihe mit dem Geschmacksträger der Süßholzwurzel. Später stellte sich heraus, dass es sich bei den Stevia-Glykosiden um eine gänzlich andere Substanzklasse handelt. Der Stevia Süßstoff ist im Gegensatz zu Zucker und anderen, natürlichen Zuckerersatzstoffen wie Honig, Fruchtzucker oder Melasse, kalorienfrei und greift die Zähne nicht an. Stevia schmeckt darüber hinaus je nach Sorte und Aufbereitung 250-450mal süßer als ein gewöhnlicher Haushaltszucker. Den künstlichen Süßstoffen, die dem Verbraucher seit den 1880er Jahren einen kalorienfreien Zuckerersatz versprechen, ist der Stevia Süßstoff aufgrund seiner rein pflanzlichen, natürlichen Herkunft überlegen.

Stevia Pflanze

Künstliche Süßstoffe

Der Handel mit künstlichen Süßstoffen boomt. Etwa 2 Milliarden US-Dollar lässt sich die Weltbevölkerung jährlich eine Ernährung kosten, die zugunsten chemischer Ersatzstoffe kalorienfrei auf eine natürliche Süße verzichtet.
Saccharin war die erste synthetisch hergestellte Substanz, die ohne eigenen Brennwert 300-500mal süßer schmeckte als Zucker. Das Phthalimid-Derivat kam bereits 1885 auf den Markt. Es folgten Cyclamat (1963), Aspartam (1981), Acesulfam (1990) und einige andere.

Viele Fachleute haben sich immer wieder kritisch mit den Folgen auseinander gesetzt, die der übermäßige Gebrauch künstlicher Süßstoffe mit sich bringt. Denn die Light-Süße ersetzt den Geschmack von Zucker zwar kalorien- und pH-neutral, birgt aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrer zum Teil enorm hohen Süßkraft aber trotzdem gewisse Risiken. So stehen Saccharin und Cyclamat zum Beispiel immer wieder im Verdacht, Krebserkrankungen zu fördern. In Japan ist Cyclamat aus diesem Grund sogar verboten.

Aspartam galt im Vergleich zu Saccharin und Cyclamat lange als „gesunde“ Alternative, denn das Dipetid setzt sich aus den Eiweißbausteinen Asparagin und Phenylalanin zusammen.

Der eiweißähnliche Süßstoff ist trotzdem in die Kritik geraten, weil sich heraus gestellt hat, dass die Substanz im Körper zu einem verschwindend geringen Prozentsatz über Methanol zu Formaldehyd abgebaut wird. Der Tatsache, dass sich für Aspartam bisher trotzdem keinerlei toxische Wirkung nachweisen ließ, stehen immer wieder die Erfahrungsberichte gesunder Verbraucher gegenüber. Viele Menschen klagen nach dem Konsum von Aspartam über Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und sogar über Depressionen. Menschen, die unter einer Phenylketonurie leiden, die also die Aminosäure Phenylalanin nicht verstoffwechseln können, müssen Aspartam ganz meiden.

Künstliche Süßstoffe zur Gewichtsreduktion?

Viele Fachleute bewerten die Süßkraft künstlicher Süßstoffe jedoch aus einem ganz anderen Grund kritisch. Anders als der Stevia Süßstoff befördert diese Substanzklasse nämlich eine Lebensweise, die ausschließlich im Dienst einer Gewichtsreduktion steht. Um auf Dauer ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu halten, genügt es aber nicht, lediglich den Zucker in (ungesunden) Speisen und Getränken durch einen künstlichen Süßstoff zu ersetzen. Im Gegenteil: Die synthetische Süßkraft , die infolge übertriebener Ansprüche an die eigene Figur häufig viel zu hoch dosiert wird, provoziert über eine Reizüberflutung der Geschmacksnerven den gefürchteten Bumerang-Effekt. Der Körper holt sich die Nährstoffe, deren Zufuhr ihm künstlich vorgegaukelt wird, über kurz oder lang zurück. Die Dauerzufuhr künstlicher Süßstoffe kann deshalb sogar Essstörungen wie Bulimie oder Esssucht hervorrufen.

Stevia – der natürliche Süßstoff

Menschen, die den Süßstoff Stevia kaufen und Stevia zum Süßen verwenden, wählen tatsächlich eine gesunde Alternative. Die rein pflanzlichen Steviol-Glykoside fügen sich physiologisch und ohne Nebenwirkungen in einen Lebensplan ein, in dessen Mittelpunkt nicht in erster Linie ein Schlankheitsideal, sondern die Gesunderhaltung des Menschen steht. Als echter Zuckerersatz sorgt auch Stevia für eine pH-neutrale Kalorienreduktion, die den Stoffwechsel entlastet und den Blutzuckerspiegel konstant hält. Der Stevia Geschmack lässt sich aber nicht mit dem künstlicher Süßstoffe vergleichen. Er gaukelt dem Organismus weder eine „zuckersüße“ Energiezufuhr noch einen zu erwartenden Kalorienrausch vor.

Vor allem in Kombination mit anderen natürlichen Süßmitteln lässt sich mit Stevia vielmehr ein optimales Geschmacksmuster erreichen, das den Verbraucher sowohl mental als auch körperlich ausgewogen zufrieden stellt. Als Vorbild für die ernährungsphysiologische Attraktivität von Stevia Produkten mag die japanische Küche dienen, die traditionell eher auf Fett und andere „leere“ Energieträger wie Zucker verzichtet. In Japan kann man schon seit 1977 den Stevia Süßstoff kaufen. Die Japaner verwenden die biologische Süße inzwischen mit einem Marktanteil von über 40% in allen ernährungsrelevanten Sparten des täglichen Lebens: Zur Herstellung traditioneller Gerichte, zum Süßen von Tee und auch zur Herstellung moderner Süßigkeiten und Erfrischungsgetränke.

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