Die Stevia Zulassung in Deutschland ruhte lange. Erst seitdem die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, im Dezember 2011 den Weg für die Stevia Freigabe geebnet hat, ist Stevia in Deutschland zugelassen. Davor war Stevia legal, solange es nur in Kosmetika, in Hautpflegemitteln oder zum Beispiel als Stevia Badezusatz auf den Markt kam. Stevia Süßstoffe oder Lebensmittel gab es offiziell nicht zu kaufen. Trotzdem wurden auch hierzulande immer mehr Menschen auf die gesundheitsfördernde Süßkraft von Stevia Rebaudiana aufmerksam. Das allgemeine Interesse stützte letztlich die Bemühungen fortschrittlich denkender Landwirte, die sich seit 1988 um die Stevia Zulassung bemühten.

Stevia Zulassung in Deutschland seit 2011

Ein Agraringenieur aus Kaiserslautern gilt in Deutschland als Vorreiter der Stevia Verarbeitung, Produktion und Vermarktung. Er baute 1986 als erster Stevia Pflanzen auf heimischen Boden an und brachte 1988 einen Stevia-Extrakt zum innerlichen Gebrauch zur Marktreife. Die aktuelle Studienlage dokumentierte damals nur eine einzige Untersuchung, nach der Steviol, ein Abbauprodukt von Steviosid, in extrem hohen Dosen das Erbgut verändern und damit krebserregend sein sollte. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Folgenden mehrfach widerlegt, trotzdem sollte es noch 25 Jahre dauern, bis die Stevia Zulassung Deutschland über die Stevia Zulassung EU Wirklichkeit wurde.

In Deutschland wie in anderen EU-Ländern war die Freigabe von Stevia durch die Gesetzeslage blockiert. Nach der „Novel Food-Verordnung“ dürfen in der europäischen Union neuartige Lebensmittel und Lebensmittelergänzungsstoffe – zu denen auch die Süßstoffe gehören – erst dann in nennenswertem Umfang in Verkehr gebracht werden, wenn sie für unbedenklich erklärt wurden. Grundlage der Stevia Zulassung EU war die Einschätzung der EFSA, deren Gutachter alle zur Verfügung stehenden Daten sorgfältig prüften. Zwei Zulassungsanträge namhafter Großkonzerne aus Japan und den USA lagen der EU-Behörde zuletzt vor, dazu kam ein Antrag der EUSTAS (European Stevia Association Spanien). Die deutschen Gesundheitsbehörden richteten sich nach der Stevia EU Einschätzung, die zum Glück für alle gesundheitsbewussten Verbraucher nach mehreren Anläufen endlich positiv ausfiel.

Stevia Zulassung in Japan

In Japan war und ist die Gesetzeslage eine andere. Ein Agrar-Gesandter der japanischen Regierung entdeckte Stevia Rebaudiana um 1970 in Brasilien und trieb die ersten Anbauversuche in seiner Heimat voran.

Die natürliche Süße fiel auf fruchtbaren Boden, denn die japanische Küche legt traditionell großen Wert auf eine gesunde Ernährung. Bald entpuppte sich der Stevia Anbau sogar als lukrative Alternative zur Reisproduktion. Japanische Wissenschaftler konnten außerdem in mehreren Testreihen zeigen, dass Stevia-Glykoside keinerlei toxische Wirkung besaßen. So kam es, dass in Japan auch ohne offizielle Stevia Zulassung bereits Anfang der 1980er Jahre Stevia erlaubt war und rund 700 Tonnen des südamerikanischen Süßkrauts zur Steviosid-Gewinnung genutzt wurden. Heute importiert Japan etwa 2/3 seines Bedarfs, der aktuell bei etwa 2000 Tonnen pro Jahr liegt, aus anderen Ländern, unter anderem aus China, Taiwan, Korea, Thailand und Brasilien.

Stevia Zulassung in anderen Ländern der Welt

Auch in anderen Ländern der Welt ist Stevia bereits seit längerem zugelassen. So ist in der Schweiz die Vermarktung Stevia-haltiger Kräutertees und aus der ganzen Pflanze gewonnener Pulver erlaubt. Zudem dürfen Steviolglykoside provisorisch seit 2008 in Verkehr gebracht werden. Auch in Australien und Neuseeland erfolgte die Zulassung für Stevia bereits im Jahr 2008. In Frankreich wurde hochreines Rebaudiosid A im Jahr 2009 zunächst für zwei Jahre zugelassen.

Verboten wurde Stevia unter anderem zunächst in Belgien. Dort durfte ab 1998 kein Stevia Pulver mehr verkauft werden. Auch die USA verhängte 1991 ein Import- und Zulassungsverbot, lässt die Steviolglykoside aber im Dezember 2008 als sichere Lebensmittelzusatzstoffe zu. In Österreich befasse man sich 2009 erstmals mit einem Antrag auf Zulassung, der wie die Stevia Zulassung in Deutschland erst nach dem EU-Beschluss 2011 positiv beschieden wurde.

Anzumerken bleibt, dass die Menschen in der Heimat von Stevia Rebaudiana – also in Paraguay, Brasilien und Argentinien – aufgrund ihrer jahrhundertlangen Erfahrung mit der Pflanze nicht davon ausgingen, dass Stevia zugelassen werden müsste. In Paraguay wird Stevia entsprechend schon seit 1909 kultiviert. Ähnlich ist die Situation in etlichen asiatischen Ländern, in denen Stevia Mitte der 1980er seinen Siegeszug als hochgeschätztes Exportgut antrat.

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