Wie die Geschichte von Stevia zeigt, schätzt die Bevölkerung Paraguays den Süßstoff schon seit Jahrhunderten ohne sich Gedanken um biochemische Eigenschaften, die molekulare Zusammensetzung oder Nebenwirkungen zu machen. Bis heute bekommt man auf den paraguayischen Märkten getrocknete Stevia Blätter oder fein zermahlenes Blattpulver zu kaufen. Die Einheimischen nutzen Stevia unter anderem zum Süßen ihres Nationalgetränks, dem Matetee, oder als Geschmacksverstärker zum Aromatisieren von Speisen und Getränken. Genießer kauen die frischen Blätter auch zwischendurch. Durch die heilenden Kräfte, die dem Süßungsmittel zugesprochen werden, gilt es auch heute noch als traditionelles Heilmittel bei vielerlei Gebrechen. Aber auch in anderen Teilen der Welt ist die Stevia Süßkraft heutzutage als kalorienfreier Zuckerersatzstoff beliebt.

Stevia Pflanze

Das süße Geheimnis der Stevia Blätter

Als Stevia 1887 von dem Botaniker Moisés Bertoni entdeckt wurde, erweckte der Fund auch das Interesse der Forschung. Der Chemiker Ovidio Rebaudi war 1909 der erste, der den Stoff isolierte, welcher den Stevia Blättern ihre natürliche Süße verleiht. Rebaudi bezeichnete die Substanz, die er fand, als Glycyrrhizin und kategorisierte den Stevia Süßstoff damit irrtümlich zu den Geschmacksträgern der Süßholzwurzel. Erst viel später, um 1931, stellten die französischen Chemiker Brided und Lavelle fest, dass es sich bei den Steviolglycoside um eine gänzlich andere Substanzklasse handelt.

Seitdem wurde der Süßstoff mehrmals untersucht, wobei man einige Vorteile von Stevia feststellte. So enthält Stevia im Gegensatz zu Zucker oder anderen natürlichen Süßstoffen wie Honig, Fruchtzucker, Melasse oder Agavendicksaft kaum Kalorien und bietet Kariesbakterien keine Nahrungsgrundlage zum Wachsen. Die, aus Stevia extrahierten, Glycoside schmecken darüber hinaus je nach Sorte und Aufbereitung 250 bis 450 mal süßer als gewöhnlicher Haushaltszucker. Ebenso ist Stevia auch aufgrund seines rein pflanzlichen, natürlichen Ursprungs chemisch konstruierten Süßstoffen wie Saccharin überlegen.

Künstliche Süßstoffe

Momentan boomt der Handel mit künstlichen Süßstoffen. Etwa 2 Milliarden US-Dollar lässt sich die Weltbevölkerung jährlich eine Ernährung kosten, die mit Hilfe chemischer Ersatzstoffe möglichst kalorienreduziert oder kalorienfrei sein soll.

Saccharin war die erste synthetisch hergestellte Substanz, die ohne einen eigenen Brennwert 300 bis 500 mal süßer schmeckte als Zucker. Das Phthalimid-Derivat kam bereits 1885 auf den Markt. Es folgten unter anderem Cyclamat (1963), Aspartam (1981) und Acesulfam (1990).
Viele Fachleute setzten sich immer wieder kritisch mit den Folgen auseinander, die ein übermäßiger Gebrauch künstlicher Süßstoffe mit sich bringt. Denn die Light-Süße ersetzt den Geschmack von Zucker zwar kalorien- und pH-neutral, birgt aber aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrer zum Teil enorm hohen Süßkraft trotzdem gewisse Risiken. So stehen zum Beispiel Saccharin und Cyclamat immer wieder im Verdacht, Krebserkrankungen zu fördern. Aus diesem Grund ist Cyclamat in Japan sogar verboten.

Aspartam galt im Vergleich zu Saccharin und Cyclamat lange als „gesunde“ Alternative, das Dipeptid setzt sich dabei aus den Aminosäuren Asparagin und Phenylalanin zusammen. Der eiweißähnliche Süßstoff gerät trotzdem zunehmend in die Kritik. So fand man heraus, dass die Substanz im Körper zu einem verschwindend geringen Prozentsatz über Methanol zu Formaldehyd abgebaut wird, welches in großem Maße toxisch wirkt.

Jedoch gibt es für keinen der künstlich hergestellten Süßstoffe bisher anerkannte Langzeitstudien, die gefährliche Nebenwirkungen dokumentieren. Dieser Tatsache stehen immer wieder die Erfahrungsberichte gesunder Verbraucher gegenüber. So klagen viele Menschen nach dem Konsum von Aspartam über Schwindelgefühle oder Kopfschmerzen, für welche das Formaldehyd verantwortlich sein könnte. Für Menschen, die unter Phenylketonurie (PKU) leiden, ist Aspartam sogar sehr gefährlich, da diese die Aminosäure Phenylalanin nicht verstoffwechseln können.

Künstliche Süßstoffe zur Gewichtsreduktion?

Experten und Forscher bewerten die Süßkraft chemischer Süßstoffe jedoch aus einem ganz anderen Grund kritisch. Während Stevia noch weitere gesundheitliche Vorteile birgt, werden die synthetisch erzeugten Süßstoffe nur zum Zweck einer Gewichtsreduktion verwendet. Um jedoch auf Dauer ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu halten, genügt es nicht, lediglich den Zucker in (ungesunden) Speisen und Getränken durch einen künstlichen Süßstoff zu ersetzen.
Im Gegenteil: Die synthetische Süßkraft , die infolge übertriebener Ansprüche an die eigene Figur häufig viel zu hoch dosiert wird, provoziert durch eine Reizüberflutung der Geschmacksnerven den gefürchteten Bumerang-Effekt. Der Körper holt sich die Nährstoffe, deren Zufuhr ihm künstlich vorgegaukelt wird, über kurz oder lang zurück. Deshalb ist für eine dauerhafte Gewichtsreduktion Sport und eine ausgewogene, gesunde Ernährung unabdingbar. Von Dauerkonsum künstlich hergestellter Süßstoffe wird abgeraten.

Stevia – der natürliche Süßstoff

Menschen, die Stevia kaufen und verwenden, wählen unter allen Süßstoffen tatsächlich die gesündeste Alternative. Die rein pflanzlichen Steviolglycoside fügen sich physiologisch und ohne Nebenwirkungen in einen Lebensplan ein, in dessen Mittelpunkt nicht in erster Linie ein Schlankheitsideal, sondern die Gesunderhaltung des Menschen steht. Als echter Zuckerersatz sorgt auch Stevia für eine pH-neutrale Kalorienreduktion, die den Stoffwechsel entlastet und nicht auf den Blutzuckerspiegel einwirkt. Auch der Stevia Geschmack lässt sich nicht mit dem künstlicher Süßstoffe vergleichen.

Vor allem in Kombination mit anderen natürlichen Süßmitteln (wie z.B. Honig oder Agavendicksaft) lässt sich mit Stevia ein optimales Geschmacksmuster erreichen, das den Verbraucher sowohl mental als auch körperlich ausgewogen zufrieden stellt. Als Vorbild für die ernährungsphysiologische Attraktivität von Stevia Produkten mag die japanische Küche dienen, die traditionell eher auf Fett und andere „leere“ Energieträger verzichtet. In Japan ist Stevia schon seit 1977 auf dem freien Markt erhältlich. Die Japaner verwenden die biologische Süße inzwischen mit einem Marktanteil von über 40% in allen ernährungsrelevanten Sparten des täglichen Lebens: Zur Herstellung traditioneller Gerichte, zum Süßen von Tee und auch zur Herstellung moderner Süßigkeiten und Erfrischungsgetränke.

Zucker versus Zuckerersatz Infografik

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