Der südamerikanische Staat Paraguay ist die Heimat der Stevia rebaudiana Pflanze. Vor der spanischen Eroberung im Jahre 1537 bevölkerten das Land die Mato Grosso- und Guarani-Indianer. Diese nannten die Stevia Pflanze „Yerba dulce“ oder „ka’a he’ẽ“, was im Deutschen so viel wie „Süßkraut“ oder „Honigblatt“ bedeutet. Die Ureinwohner wussten schon früh um den Nutzen der süßen Pflanze und verwendeten diese in der traditionellen Medizin vor allem wegen der Blutzucker ausgleichenden und Blutdruck regulierenden Wirkungen. Ebenso nutzen sie die Blätter der Stevia rebaudiana zum Süßen ihres Mates, einem traditionellen Kräutertee.

Stevia Pflanze

Die Entdeckung der Stevia: Paraguay lockt Europa

Südamerika war seit seiner Entdeckung im 16. Jahrhundert ein Eldorado für Eroberer, Abenteurer, Auswanderer und Forschungsreisende. So verließ auch der Botaniker Moisés Giacomo „Santiago“ Bertoni 1884 seine Schweizer Heimat, um sich am paraguayischen Ufer des Paraná-Flusses niederzulassen und dort Forschungen an der heimischen Pflanzenwelt anzustellen. Im Grenzgebiet zu Brasilien stieß der Gelehrte 1887 auf „ka’a he’ẽ“ – das Honigblatt. Er klassifizierte das süße Gewächs aufgrund seiner Ähnlichkeit zum europäischen Wasserdost zunächst als eine Eupatorium-Art. Erst 1905 bekam Stevia den offiziellen Namen Stevia rebaudiana Bertoni. Damit ehrte man nicht nur Bertoni, der die Pflanze entdeckte, sondern auch den Chemiker Ovidio Rebaudi, der die süßen Stevia Inhaltsstoffe als erster isolierte und als „Glycyrrhizin“ betitelte.

Das Rebaudis Namensgebung nicht korrekt war, entdeckten Anfang des 20. Jahrhunderts die Deutschen Rasenack und Dieterich. Die beiden bewiesen, dass die Stevioside nichts mit dem Glycyrrhizin gemein hatten. Die französischen Chemiker M. Bridel und R. Lavielle korrigierten schließlich die Summenformel und beschrieben 1931 die Stevioside als das „bis zur heutigen Stunde süßeste Naturprodukt“.

Stevia zieht in die Welt

In den 1950er Jahren eroberte Stevia Japan und von dort aus den ganzen südasiatischen Raum. Die japanische Bevölkerung nahm den neuartigen Süßstoff mit offenen Armen auf – ganz im Gegensatz zu anderen Ländern. In den USA verhängte die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneiaufsichtsbehörde FDA, 1991 sogar ein Import- und Zulassungsverbot über Stevia. Erst 2008 bekamen die Steviolglycoside von der FDA das GRAS-Zertifikat, welches Stevia als „Generally Recognized As Safe“, also als grundsätzlich sicher, einstufte. Europa zog Ende 2011 nach. Seitdem darf der Stevia Süßstoff praktisch überall auf der Welt verkauft und verwendet werden und die kleine Süßpflanze aus Paraguay hat ihren Platz auf der Liste der zukunftsträchtigen Agrarprodukte gefunden.

Stevia Traditionen: Volksheilkunde trifft Geschmack

In Südamerika werden viele Stevia Produkte, vor allem ganze Blätter und das daraus gewonnene Pulver, seit Jahrhunderten genutzt, um den traditionellen Mate-Tee zu süßen. Daneben kannten die Ureinwohner Brasiliens und Paraguays Stevia aber auch schon früh als Geschmacksverstärker und als süße Medizin. Indianische Stämme stellten bereits vor Entdeckung der Stevia Pflanze durch europäische Siedler Flüssigzubereitungen und vermutlich sogar schon Stevia Pulverkapseln her, die zur Bekämpfung geistiger und körperlicher Schwächezustände, zur Stabilisierung des Blutdrucks und bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt wurden. Außerdem fand das Honigblatt in Südamerika bei Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Wirbelsäulenleiden Verwendung. Äußerlich wurde es bei Hautproblemen, Pilzbefall und zur Schönheitspflege eingesetzt. Die Stevia Tradition lebt weiter: In Brasilien und Paraguay gibt es heute wieder Stevia Antidiabetika, die ganz offiziell als Arzneimittel zugelassen sind. Steviahaltige Grippe-, Asthma- und Kopfschmerzmittel, Stevia Rezepturen gegen Übergewicht und Allergien, sowie diverse Tonika und Stevia Teemischungen ergänzen den bunten Reigen der Wiederentdeckung, die Stevia in Südamerika derzeit erlebt.

Stevia Geschichte Infografik

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