Dem alternativen Süßstoff Stevia wird in Nachrichten europäischer Medien immer wieder unterstellt krebserregend zu sein. Andernorts ist man über die Debatte der Nebenwirkungen oder Folgen von Stevia Konsum schon lange hinaus. In Südamerika, Südostasien und vor allem in Japan steht die Sicherheit des süßen Zuckerersatzes schon lange außer Frage. Auch in der Heimat von Stevia, in Paraguay, nutzen die Einwohner seit Jahrhunderten das Süßkraut ohne Bedenken. Zwar hat Europa in der Zwischenzeit nachgezogen und im Dezember 2011 die Steviolglycoside als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen, dennoch sind die Kontroversen um Stevia Risiken, Nachteile und Nebenwirkungen noch lange nicht beigelegt. Die Frage, ob Stevia gesund oder ungesund ist wird nicht zuletzt von der Zucker- und Süßstoffindustrie im Interesse marktwirtschaftlicher Überlegungen ständig neu gestellt.

Stevia kontra Zucker: Wer verfolgt welche Interessen?

Alle Stoffe, die in der Industrie als Lebens- oder Kosmetikmittel Verwendung finden und in den Handel gebracht werden, bedürfen einer gesetzlichen Zulassung. Dies gilt nach modernem Recht auch für Pflanzen und Pflanzenzubereitungen, deren Unbedenklichkeit wie im Fall von Stevia eigentlich bereits seit Jahrhunderten fest steht. In Europa entscheidet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (ESFA) darüber, ob ein neuer Süßstoff in Verkehr gebracht werden darf. Die ESFA legt auch die maximal zulässige Tagesdosis (ADI) fest. Grundlage der Zulassung sind umfangreiche Tests, die belegen sollen, dass ein Zusatzstoff unbedenklich ist und keine gesundheitlichen Schäden hervorruft. Auch Stevia wurde seit 1931 immer wieder in verschiedenen Forschungseinrichtungen der Welt untersucht. Zum einen unterstellte man dem Süßstoff krebserregend zu sein, zum anderen befürchtete man auch, dass er die Fortpflanzungsfähigkeit negativ beeinflusse. Die sogenannte Pezzuto-Studie, die 1985 mit enorm hohen Dosen von Stevia an Ratten durchgeführt und von Monsanto finanziert wurde, bestätigte scheinbar, dass Stevia krebserregend sei. Monsanto war zu diesem Zeitpunkt ein einflussreicher Aspartam-Hersteller, der dem neuen Süßstoff natürlich kritisch gegenüber stand. Das Forschungsergebnis der Studie wurde jedoch in den folgenden Jahren mehrfach widerlegt. Verschiedene Testreihen (z.B. Procinska, Bridges & Hanson, 1990 ) bestätigten die Unbedenklichkeit von Stevia.

Stevia international: Gesund und sicher

Die erste Industrienation, die das Potenzial der Stevia Süßkraft gänzlich anerkannte, war Japan. Dort wird die Pflanze aus Südamerika bereits seit 1954 angebaut und kommerziell genutzt. Trotz verschiedener Testreihen in Japan und Korea, wo Stevia rebaudiana heute ebenfalls zu den beliebtesten Nutzpflanzen gehört, ließen sich keinerlei toxische Effekte nachweisen. Um gefährliche Nebenwirkungen vollständig auszuschließen, entwickelten die Japaner zusätzlich Stevioside ohne Nachgeschmack, die der Körper nicht mehr zu Steviol abbaut.

Der Weltmarkt blieb trotzdem misstrauisch. Die USA, der weltweit größte Süßstofffabrikant, erließ 1991 sogar ein Import- und Zulassungsverbot. Das konnte den Siegeszug der Stevia Produkte in Asien nicht aufhalten. Als die japanische Regierung 1969 wegen potentieller gesundheitlicher Risiken Cyclamat verbot, boomte der Stevia Konsum. Stevia erreichte zu dieser Zeit einen Marktanteil von 40 %. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich langsam auch die westliche Hemisphäre von der Unbedenklichkeit der Stevioside überzeugen ließ.

Stevia unbedenklich

Stevia Hilfe durch die WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) publizierte in einer Zusammenfassung online alle bis dato wesentlichen Stevia Studienergebnisse. Die Veröffentlichung galt und gilt weiterhin als Beleg dafür, dass die untersuchten Steviolglycoside (u.a. Steviosid und Rebaudiosid-A) weder giftig, noch krebsauslösend oder erbgutschädigend sind, die Fruchtbarkeit nicht beeinträchtigen und selbst in hohen Dosen (bis zu 1000mg/kg Körpergewicht!) keine Missbildungen provozieren. Dafür senken Sie aber bei vorbelasteten Menschen den Blutdruck.

Deutschland kommt spät auf den Stevia Geschmack

Tatsächlich gibt es bis heute kein wissenschaftlich belegtes Fallbeispiel, das auf eine Stevia Unverträglichkeit beim Menschen hindeutet und das, obwohl unter anderem das Stevia Pulver und die isolierten Stevia Inhaltsstoffe täglich von Millionen von Menschen konsumiert werden. Die Europäer warteten trotzdem ab, bis die Vereinigen Staaten die Steviolglycoside zuließen. Dies war 2008 der Fall. Interessanterweise stand genau ein Jahr vorher fest, dass Coca Cola und andere Großkonzerne die Suche nach kalorienarmen Rezepturen mit Stevia unterstützen würden. In Deutschland blieben Lebensmittel, Nahrungsergänzungsstoffe und Süßstoffe aus Stevia verboten. Erst 2011 kam es zu einer EU-weiten Zulassung. Es ist anzunehmen, dass auch in diesem Fall nicht in erster Linie Sicherheitsbedenken, sondern vielmehr politische und wirtschaftliche Interessen eine entscheidende Rolle spielten.

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